14. Juli 2011 Norbert Fluchtmann

Der Euro in der Krise - Europa in der Krise?

Beim Juli-Stammtisch des Ortsverbandes DIE LINKE. Ibbenbüren / Tecklenburger Land stand das Thema „Euro-Krise“ im Mittelpunkt.

Dieses Thema scheint zur Zeit jeden Tag hochaktuell zu sein; es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in den Medien von neuen Gefahren für die Stabilität einzelner europäischer Länder zu hören ist. Immer damit verbunden: die Sorge über die Sicherheit des Euros auch für uns in Deutschland.

Doch was ist dran? Sind die Griechen wirklich zu faul zum Arbeiten? Zahlen wir indirekt für Luxusrenten der Südeuropäer?

Mit diesen provokanten Fragen begann Norbert Fluchtmann, Mitglied des Ortsverbandes und kein Finanzexperte, den Einstieg in die Diskussion. Denn auch ihm sind Fragen wie diese schon des Öfteren  zu Ohren gekommen, und so wollte er sie gerne widerlegt wissen.

Viele der kursierenden populistischen „Irrtümer“ über die Griechen konnten sachlich geklärt werden. So wurde sehr deutlich, dass die Bundesrepublik einen großen Anteil an der Krise mitträgt. Europa verfolgt ein gemeinsames Ziel, hat eine gemeinsame Währung – und doch gibt es eine enorme Staatenkonkurrenz. Bislang war Deutschland Gewinner in diesem Spiel, ganz ohne Rücksicht auf die eigene Bevölkerung. Hier stiegen in den letzten Jahren die Löhne nur minimal an, während andere Länder durch die Euro-Vorgaben gezwungen waren, ihre Löhne massiv anzupassen. Dies wiederum verschaffte den deutschen Unternehmen den Vorteil, dass sie ihre Position als Exporteuropameister ausbauen konnten. Durch den Ausverkauf ganzer Länder, der durch riesige Sparpakete mit Privatisierungen von großen rentablen Unternehmen forciert wird, leidet die Bevölkerung immer stärker und beschert den großen Investoren weitere lukrative Schnäppchen-Geschäfte.

Zwingende Konsequenz, die nach Ansicht der LINKEN nun alle europäischen Länder gemeinsam ziehen müssen, ist die Anpassung der Lebens-, Arbeits- und Lohnverhältnisse. Europäischen Arbeitnehmer dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die EU muss den Mut haben, besonders in strukturschwachen Regionen zu investieren! Die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro in Deutschland kann da nur der erste Schritt sein, weiter muss den Banken  die scheinbar unbegrenzte Macht entzogen werden, die ihnen das Spekulieren erst möglich macht. Die Gründung einer europäischen öffentlichen Bank für alle (EUBÖA) und eine spürbare Besteuerung des gesamten Banken- und Finanzsystems scheint unabdingbar. Auch das Auflegen von Euro-Bonds (Staatsanleihen aller Euro-Länder), scheint eine Lösung.

DIE LINKE hat sich auf Bundesebene in Arbeitskreisen sehr intensiv auf die Suche nach Wegen aus der Krise gemacht – und gefunden. Nachzulesen hier: Wege aus der Krise

Den Teilnehmern beim Offenen Stammtisch wurde deutlich, dass es tatsächlich sehr viele Vorurteile gibt, die aber alle widerlegt werden konnten. Die lange, gute und ergiebige Diskussion an einem lauen Sommerabend, brachte viele neue Erkenntnisse und den Wunsch nach einer Fortsetzung im größeren Kreis der Partei!