PRESSEMITTEILUNG 2. November 2009

DIE LINKE deckt auf:

Berufsberatung in Rheine diskriminiert Kinder Erwerbsloser

"Eine bodenlose Sauerei" nennt Kathrin Vogler, Bundestagsabgeordnete der
LINKEN, die bisherigen Praktiken der Arbeitsagentur Rheine in der
Berufsberatung für Jugendliche. Die Bundesarbeitsgemeinschaft "Hartz IV"
der LINKEN hat aufgedeckt, dass jugendliche Ratsuchende bei der
Arbeitsagentur Rheine zunächst einen Fragebogen ausfüllen müssen.
Anstatt allerdings nach ihren Neigungen und Fähigkeiten werden die
Jugendlichen dort zunächst nach dem Erwerbsstatus ihrer Eltern befragt.
Gleich unterhalb der Frage nach einer möglichen Schwerbehinderung heißt
es dort: "Beziehen Sie oder Ihre Eltern Arbeitslosengeld II (Hartz IV)?"

Die Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Steinfurt bezweifelt, dass diese
Frage dazu beiträgt, Jugendliche bei ihrer Berufsfindung zu
unterstützen. Für sie und ihre Partei ist die Sache klar: Hier handelt
es sich um einen eindeutigen Fall von Datenmissbrauch und
Diskriminierung: "Sachliche Erkenntnisse über Neigungen und Fähigkeiten
eines Jugendlichen lassen sich aus dieser Frage nicht gewinnen", so
Vogler. Schließlich sage die Erwerbslosigkeit der Eltern ja nichts über
die Lernbiografie der Kinder aus. Dieser Fragebogen reproduziere
lediglich Vorurteile über Erwerbslose und ihre Familien, wie sie in
jüngster Zeit auch von unverantwortlichen Politikern und Prominenten
geäußert werden.

Erwerbslosigkeit ist kein individuelles Schicksal und schon gar kein
Grund, Menschen abzustempeln. Es ist unser Wirtschaftssystem, das immer
mehr Menschen aus der Erwerbstätigkeit heraus und in Armut drängt --
unter aktiver Beteiligung von Politikern, die gesetzliche Mindestlöhne
ablehnen, prekäre und Leiharbeit fördern, Bildung privatisieren und dann
noch die davon Betroffenen selbst dafür verantwortlich machen wollen.
Auf Rückfragen der AG "Hartz IV" hatte die Bundesagentur für Arbeit
erklärt: "Der beigefügte Vordruck entspricht nicht den zentralen
Vorlagen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Für die berufliche Beratung/
Orientierung ist es vollkommen unerheblich, ob der Jugendliche selbst
oder seine Eltern Empfänger von Leistungen aus der Grundsicherung sind.
Die BA hat den gesetzlichen Auftrag Berufsberatung und
Berufsorientierung anzubieten. Wir werden die Agentur für Arbeit Rheine
darauf hinweisen, dass der Vordruck nicht mehr zu verwenden ist und
ausschließlich die zentralen Vordrucke zu nutzen sind." Dazu Kathrin
Vogler: "Wir LINKEN werden alle Jugendlichen darauf hinweisen, diese Art
von Fragen nicht zu beantworten -- auch dann nicht, wenn ihre Eltern
erwerbstätig sind und kein ALG2 beziehen."

Hintergrund:

http://www.bag-hartz-iv.de/index.php/beitraege/artikel/762-unertraegliche-stigmatisierung-von-hartziv-betroffenen--fortsetzung

Auskunft erteilt Kathrin Vogler, 0151-50381833

Kathrin Vogler, MdB, DIE LINKE.
Platz der Republik 1
11011 Berlin

030 -- 227 72 112

Wahlkreisbüro Emsdetten
Rheiner Str. 39
48282 Emsdetten

www.kathrinvogler.de